Hallo beisammen,

nachdem ja einige Teilnehmer aus dem Internet hier mitlesen, die
 nicht mit den Begriffen der Mailboxtechnik vertraut sind,
 habe ich fuer sie hier einen Text umgearbeitet, den ich mal vor Jahren aus
 dem FidoNet saugte. Es ist auch dazu gedacht, Euch vielleicht dazu zu
 animieren, selber einen Sprung in eine andere Technik zu wagen. Ich
 moechte meine Mehrgleisigkeit nicht missen, zumal der Austausch ueber den
 Newsserver von der Ladegeschwindigkeit der einzelnen Nachrichten her viel
 langsamer ist, als Point direkt bei einer Mailbox in der Naehe zu sein.

Was ist ein "Point"?

Ein Point-System ist die komfortabelste Moeglichkeit, mit einer Life-
 Net-Mailbox Nachrichten und Files auszutauschen. Neue Nachrichten
 werden in gepackter Form vom Point bei der Mailbox abgeholt. Sie
 koennen jederzeit gelesen werden; offline, in aller Ruhe und ohne die
 Telefongebuehren zu strapazieren. Antworten und neue Nachrichten wer-
 den mit einem speziellen Editor geschrieben. Dieser Editor bietet
 meistens die Moeglichkeit, Texte aus anderen Programmen im ASCII-For-
 mat zu uebernehmen. Die Nachrichten werden gepackt, wieder an die
 Mailbox geschickt, dort in die entsprechenden Nachrichtenbereiche
 aufgeteilt und den anderen Online-Anrufern, Points und LifeNet-Mail-
 boxen zur Verfuegung gestellt. Dieser Austausch findet, gebuehrenschonen-
 derweise, bevorzugt nachts statt

LifeNet-Mailboxen, die fuer Online-Anrufer offen stehen - es
 gibt auch sogenannte "Mail Only-Nodes" - reservieren pro Tag eine
 bestimmte Zeitspanne, in der sie ausschliesslich fuer andere LifeNet-
 Systeme erreichbar sind ("National Mailing Hour"). In dieser "Zone
 Mailing Hour", wie sie neuerdings genannt wird, werden Online-An-
 rufer nicht in die Mailbox gelassen. Point-User sind davon nicht
 betroffen, denn ihre Software identifiziert sich beim Verbindungs-
 aufbau als LifeNet-System.

Welche Hardware ist noetig fuer ein Point-System?

LifeNet-kompatible Software gibt es fuer alle Rechner.

Als Untergrenze fuer die Uebertragungsgeschwindigkeit des
 Modems sind 14.400 Baud anzusehen. Hier gilt: je schneller, desto
 besser. Viele Mailboxen sind paralell per ISDN erreichbar.

LifeNet-Software arbeitet ausschliesslich mit Modems, die den
 weltweiten Standard, den Hayes-AT-Befehlssatz, unterstuetzen.

Welche Software ist noetig fuer ein Point-System?

Die drei Grundfunktionen eines Point-Systems sind die Verbindung mit
 der LifeNet-Mailbox, Ent- und Verpacken von Nachrichten und deren
 Verwaltung. Diese Funktionen werden von Mailer, Mail-Prozessor und
 Editor uebernommen.

Komplettpakete sind bei jeder Mailbox zu bekommen. Fuer Windows sind
 die bekanntesten Apoint, Winpoint und Fips. Unter DOS sehr verbreitet
 ist Crosspoint oder kurz XP, zumindest in Deutschland ;-) Die
 technischen Erklaerungen in den naechsten Absaetzen koennt ihr auch
 ueberspringen, da u. U. recht verwirrend. Aber bitte ab dem Absatz:
 "Wie man Point-User wird" weiterlesen. :-)

Die Technik

Als Beispiele fuer Mailer-Software seien BinkleyTerm oder
 FrontDoor genannt. In der MS-DOS-Umgebung ist fuer den Betrieb des
 Mailers ein bestimmter Low Level-Treiber notwendig, der die hard-
 warenahe Steuerung der seriellen Schnittstelle uebernimmt. Solche
 Treiber sind als "FOSSIL"-Treiber bekannt. "FOSSIL" steht in diesem
 Zusammenhang fuer "Life/Opus/SEAdog Standard Interface Layer". Popu-
 laere Treiber in der DOS-Welt sind X00.SYS, BNU.COM oder OPUSCOM.COM.
 Pakete wie Crosspoint beinhalten diese.

Wichtigste Aufgabe des Mail-Prozessors ist es, die kompri-
 mierten Nachrichten-Pakete, die nach der Verbindung mit der Mailbox
 ("WaZoo session") im dafuer reservierten Subdirectory ("inbound")
 gelandet sind, zu entpacken, entsprechend den Konferenznamen ("area
 names") in die dafuer reservierten Subdirectories zu verteilen
 ("toss") und die Verweise und Bezuege ("reply links") zwischen Nach-
 richten gleichen Betreffs ("Subject:") herzustellen ("maint"). Be-
 kannte Mail-Prozessoren in der DOS-Welt sind ConfMail, TosScan und
 Qmail. Zum Ver- und Entpacken der Nachrichten benoetigt der Mail-Pro-
 zessor noch zusaetzlich ein entsprechendes Hilfsprogramm ("utility").
 Die bekanntesten Programme dieser Art sind "ARJ", "PKpak/PKunpak", "PK-
 zip/PKunzip", "Zoo", "Pak" und "LHarc".

Mit dem Editor werden Nachrichten gelesen und geschrieben,
 ausgedruckt, im ASCII-Format exportiert und geloescht. Die meisten
 Editoren bieten zusaetzliche Features wie "Umheben" einer Nachricht
 von einem in ein anderes Area ("move"), Weiterleiten einer Nachricht
 in ein anderes Area und/oder an einen anderen Teilnehmer ("forward")
 und das Aufteilen einer Nachricht an mehrere Teilnehmer ("carbon
 copy"). MsgEd, Sirius, OpEd und der FrontDoor-Editor sind die ge-
 braeuchlichsten Editoren unter DOS.

Werden neue Messages exportiert, ist die Ablaufreihenfolge
 umgekehrt: Subdirectories werden nach neuen Messages durchsucht
 ("scan"), an die am jeweiligen Echo-Area partizipierenden Nodes
 weitergeleitet, komprimiert und im dafuer reservierten Subdirectory
 ("outbound") bereitgestellt. Aufgabe des Mailers ist es jetzt, in
 regelmaessigen Abstaenden zu ueberpruefen, ob Messages weiterzuleiten
 sind und ob zum aktuellen Zeitpunkt ein Anruf erwuenscht ist.

Wie man Point-User wird

Die meisten LifeNet-Mailboxen haben Point-Software zum Down-
 load bereit. Solltest Du mit dem Downloadvorgang nicht klar kommen oder
 keine Moeglichkeit dazu haben, ist sicher jeder LifeNet-Sysop bereit,
 alle notwendigen Programme auf Disketten zu kopieren, persoenlich zu
 uebergeben oder per Post ("snail mail") zu senden. Anfragen koennen
 sicher auch hier im Brett gestellt werden.

Es ist ohnehin notwendig, mit dem Sysop, bei dessen LifeNet-
 Mailbox man beabsichtigt Point zu werden, persoenlichen Kontakt auf-
 zunehmen. Erfahrungsgemaess tauchen immer wieder einige Detailfragen
 auf, die der Betreiber eines LifeNet-Nodes aufgrund seiner Erfahrung
 sicher leicht beantworten kann. Naturgemaess ist es nicht sehr sinn-
 voll, bei einer Mailbox Point-User zu werden, die bereits sehr viele
 Points mit Nachrichten versorgt.

Beim heutigen Stand der Point-Software ist es schwierig,
 ohne Englischkenntnisse den Point-Betrieb aufzunehmen. Es ist
 aber kein Problem, die Installation vom Betreiber des zukuenftigen
 Bossnodes vornehmen zu lassen und damit zu arbeiten.

Es ist zwar ein gewisses Abenteuer, damit anzufangen, aber ein
 lohnendes! Nach einiger Zeit, die man zum Warmwerden mit der neuen
 Materie benoetigt, kann man besser verstehen, warum viele User ueber
 Internet Teilnehmer gelinde laecheln.

Gottes Segen,

Rotto am 14.7.1998 um 0:49:10.

 * Ge 3:21 Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Roecke von Fellen
 und kleidete sie.

--- CrossPoint v3.11 R
 * Origin: MA im CVJM Frankfurt e. V. (77:7700/710.604)